Baden-Württemberg wird grün-rot

Es ist natürlich das beherrschende Thema in den Medien: Nach 58 Jahren CDU bekommt Baden-Württemberg nun eine grün-rote Regierung. Ich bin gespannt, ob die beiden sympathischen Parteivorsitzenden Winfried Kretschmann und Nils Schmid in ihren Kadern genug Fachleute finden werden, die in der Lage sind, unser Land ordentlich zu regieren. Denn immerhin ist Baden-Württemberg in vielen Punkten Spitze und die Befürchtung steht im Raum, dass wir diese Spitzenpositionen bei Wirtschaftsleistung, niedriger Arbeitslosigkeit und Bildung verlieren könnten, wenn nun Ideologen sich austoben dürften, die z.B. nicht einmal verstehen, wie Gentechnik oder Atomkraft funktioniert und die deshalb „genfreie“ Tomaten fordern oder glauben, Solarstrom und Windkraft seien kostenlos.

Winfried Kretschmann wird neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg - Dank Erdbeben, Wutbürgern und Angstbürgern (Foto: GRÜNE Baden-Württemberg)

Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass bei einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung ein klares Signal gegeben wurde, dass die Bürger eine andere Art von Politik wollen – glaubwürdiger soll sie sein und nicht länger eine Regierung über die Köpfe hinweg. Dass diese Veränderung ausschließlich einen Erdbeben in Japan zu verdanken ist und von „Wutbürgern und Angstbürgern“ eingeleitet wurde, wie Helmut Markwort richtig erkannte, mag unsereins irritieren. Trotzdem sollten wir dankbar sein für diesen kleinen Riss im verkrusteten politischen System. Winfried Kretschmann und Nils Schmid als sein voraussichtlicher Koalitionspartner haben einen Vertrauensvorschuss bekommen und dürfen nun zeigen, dass sie es besser können als Mappus & Co. Es ist ein Experiment, das wir hier mit wachen Augen verfolgen werden und an dessen Anfang wir nicht nur den Wahlsiegern gratulieren wollen, sondern auch dem abgewählten Ministerpräsidenten Stefan Mappus, der seine Niederlage anerkannte und seinen Nachfolgern Alles Gute wünschte „aus Liebe zu Baden-Württemberg“.

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