Naturkatastrophen bilanziert

Beim Blick auf die Zahl der Toten über die Zeit kann ich zunächst keinen klaren Trend erkennen.

Tote durch Naturkatastrophen seit 1900 (James Daniell, KIT)
Tote durch Naturkatastrophen seit 1900 (James Daniell, KIT)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus den Originaldaten hat Daniell aber sehr wohl einige wichtige Erkenntnisse gewonnen: „Die absolute Zahl der jährlichen Toten durch Naturkatastrophen ist über die Jahre hinweg leicht gesunken – in Relation zum Bevölkerungswachstum sogar deutlich. Derzeit liegt sie bei etwa 50000“, sagt er. „Auf den gesamten Zeitraum gesehen, also zwischen 1900 und 2015, starb die Hälfte von ihnen durch Flutkatastrophen. Dank besserer Vorbereitung und Analysen nimmt dieser Anteil aber ab. Seit 1960 haben Erdbeben mit 40 Prozent den größten Anteil.“ Verglichen mit der weltweiten Sterberate sei die Rate der Todesopfer durch Naturkatastrophen relativ konstant geblieben.

Mit jeweils mehr als 100000 Toten gehören der Tsunami 2004 im Indischen Ozean (ca. 230000) und der Zyklon Nargis 2008 (ca. 140000) in Myanmar zu den schwersten Katastrophen der jüngeren Vergangenheit. Das Ereignis mit den bislang meisten Todesopfern ist das Hochwasser 1931 in China mit 2,5 Millionen Toten.

Was ich diese Zahlen entnehme ist: Der größte Feind des Menschen ist heutzutage noch immer der Mensch selbst. Naturkatastrophen müssen wir ernst nehmen, an besseren Vorhersagemethoden arbeiten und beim Klimawandel gegensteuern. Noch mehr könnten wir jedoch verbessern, wenn wir Armut, Gier und auch Dummheit besser bekämpfen würden, als bisher. Zum Nachdenken möchte ich den acht Millionen Toten in Daniells Statistik eine Zahl gegenüberstellen, die ich auf Wikipedia gefunden habe: Allein im 20. Jahrhundert hatten wir demnach zwischen 100 und 185 Millionen Kriegstote!

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